Festival: MS DOCKVILLE und ganz große Emotionen

Da ist es auch schon vorbei, das MS DOCKVILLE. So schnell kanns’s gehen. Drei Tage Musik, Kunst und schöne Menschen. Aber jetzt mal ganz von vorne……. wo fange ich da am besten an?

Bei einem bunten und einem schwarzen Packesel, die langsam aber sicher Richtung Rostocker Bahnhof steuern? Beim ‚Campen‘ am Bahnhofsgleis, von wo es mit dem MV-Ticket mit lauter lustigen Menschen von der Metropolregion Rostock in die Metropolregion Hamburg geht? Beim (erfolgreichen) Versuch, ungefüllte Wasserbomben aufzublasen? Bei einer riesen Kinderreisegruppe, deren Koffer größer sind als sie selbst? Nein nein, das überspringe ich mal alles und steige bei der Ankunft auf dem Campinggelände  des MS DOCKVILLE ein.

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Freitag – Ein Musik-Marathon von Milky Chance bis Rangleklods, von Raptile Youth bis Oddisee

Mein Blick fällt alle paar Minuten auf die Uhr, denn um 16:30 Uhr spielen Skip & Die, deren Show ich unter keinen Umständen verpassen möchte. Unzählige Zelte sind bereits aufgeschlagen, wohin nur mit uns? Wir finden noch ein Plätzchen, zwar im Graben, aber die 30º Schräge kann uns nichts anhaben. Mein letzter Blick auf die Uhr zeigt mir, dass ich mich mitten in befürchteter ‚Umstände‘ befinde und nimmt mir alle Hoffnungen auf Skip & Die. Ich haue wehmütig die Heringe meines Zeltes in die Erde. Da sind auch die Worte meines Bruders nicht sehr tröstend, der euphorisch vom Auftritt und der schrägen Frontsängerin schwärmt. Nunja, dann eben zu Milky Chance.

Auf dem Weg zur Bühne Vorschot passieren wir das Nest, wo im Sonnenschein zu der 20-jährigen Hamburgerin Luisa getanzt wird. So gerne ich ihrer rauchigen Stimme weiter zuhören würde, ich muss weiter zum Vorschot. Milky Chance hat sich bereits eingesungen, ein pinkes Einhorn sticht aus der Menschenmasse hervor, Konfetti fliegt in die Luft, ich bin angekommen. Hallo Dockville. Vor wenigen Monaten habe ich Milky Chance zum ersten Mal gehört, als mein bester Musikfreund und geliebter Bruder mir bei Facebook ‚Stolen Dance‘ mit dem Kommentar „wahuu..“ postet und hinzufügt „Welch Geheimtipp mich heute aus Hamburg erreichte. Milky Chance, 20 jähriger Genius aus Halle. Ich komme gerade überhaupt nicht auf das Album klar, und muss teilen.“ Seitdem hat der Junge aus – ich korrigiere meinen Bruder – Kassel eine rapide Entwicklung in der Musikwelt hingelegt.

Christoph, 26, Berlin/Rostock, Fazit:
Mein wahrscheinlich letztes Festival für 2013 hat es nochmal richtig krachen lassen und meine Taktik vollkommen unvorbereitet anzutanzen, mir keinen Kopf um das Line-Up zu machen, hat sich mehr als gelohnt.
Ich hab‘ verdammt gute Musik entdeckt, so viele schöne Menschen gesehen, dass es schon fast weh tat und alte Freunde wieder getroffen. Den Sorte Skole haben mich in andere Sphären transportiert, die viel zu unbekannte Bass 15 Uhr Gang ließ mich zu ihren Mashups das Tanzbein schwingen und Electric Ocean People haben mir mal wieder gezeigt wie wichtig es ist, regelmäßig ins Butterland zu schauen. Woodkid zauberte mir ein Grinsen ins Gesicht, zu Dope D.O.D. ließen sich alle völlig gehen, bei Milky Chance konnte man so richtig schön schunkeln. Und auch all die anderen Acts, die ich gesehen habe, waren fantastisch, dieses Jahr war für jeden etwas dabei.
Als ich dann Montag Abend in der S-Bahn zum Hauptbahnhof saß um meinen Bus zu erwischen, der Regen an die Scheiben prasselte und die Leute mich komisch anschauten, weil ich so dreckig war, musste ich mir ’ne kleine Träne wegdrücken.
Obwohl ich nur zwei Jahre dort gelebt habe fühlt sich Hamburg wie Heimat an. Und das Dockville trägt einen guten Teil zu diesem Gefühl bei. Wenn ich auf dieses Festivalgehe, komme ich quasi nach Hause.

Auf der Hauptbühne Grossschot stehen die Brüder SAM vor einem nicht all zu großen Ameisenhaufen und hauen ihre leichte Rapmusik raus. Ein bisschen tun sie uns leid, möchte man ihnen doch einen größeren Haufen gönnen. Ich kenne bisher nur deren Lied ‚Liebe zur Musik‘ und weiß, dass sie von CRO gehypt werden, was mich zögernd an die Sachen herangehen lässt. Aber es gefällt und genauso wie schon bei Luisa und Milky Chance ist die Atmosphäre einfach passend.

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Next: Die Dänen Raptile Youth, ein Folk-Elektro-Rock Highlight des Festivals mit grandiosen Musikvideos. Als der Frontsänger das Publikum dann auffordert, zur Abwechslung mal nicht zur Bühne, sondern in Richtung Sonne zu schauen, scheint alles perfekt. Das ist auch der Moment, als ich Philipp treffe, dessen Aussage über das MS DOCKVILLE wir bereits im Vorbericht lesen konnten. Und dann springt der drollige blonde Lockenschopf in die Masse und versucht sich im Crowdsurfen. Schöne Show, wir tanzen, springen, schreien.

Philipp, 24, Hamburg, Fazit:
Festivals sind eine ernste Angelegenheit. Auch für verwöhnte Warmduscher, Langschläfer und Croissant-Liebhaber, die zu Hause frühstücken und anschließend gemütlich zum Festival pendeln – Leute wie du und ich. Doch auch als erstmaliger Festivalbonze kam ich um den Stress und die ganze Anstrengung nicht herum: Jeden Morgen wurde unter Hochspannung der Wetterbericht überprüft, der den Pessimisten unter uns (vornehmlich mir) den Angstschweiß auf die Stirn trieb und später in der unausstehlichen und erdrückenden Hitze eine andere Ursache finden sollte. Auf nichts kann man sich heute noch verlassen! Der ganze Luxus war dahin, als ich schwitzend in Parka, Wollpulli und mit Jutebeutel (ja, Luxus-Spießer sind Chamäleons) auf dem Festivalgelände herumirrte und verzweifelt versuchte meine Begleitung wiederzufinden. Kein Handynetz! Mehr Teens als Twens! Kakkmaddafakka abgesagt! Und überhaupt! Hin und wieder kam dann doch noch ein bisschen Freude auf, denn die meisten Acts erfüllten meine hohen Erwartungen, was an sich schon ein Ding der Unmöglichkeit ist. Hervorragend: Reptile Youth, Rangleklods, When Saints Go Machine, Woodkid und Sizarr. Solide: Lemaitre, Roosevelt, Crystal Fighters und Agnes Obel im strömenden Regen. Zu leise: Foals. Zu laut: DJ Koze. Zu spät: John Talabot. Gähnend langweilig: Haim, Miss Li und andere. Beste Stimme: Austra. Danach im Regen nach Hause und von der ganzen Aufregung erholen. Ob ich mir das Ganze im nächsten Jahr wieder antue? Ich fürchte ja.

Keine Zeit den Raptile Youth Auftritt zu reflektieren, Oddisee steht schon auf der Vorschot, also wieder zurück. Sein grooviger Oldschool Sound aus Washington D.C. hat mich schon im Voraus überzeugt und das tut er auch live. In diesem Moment freue ich mich wieder über das genreübergreifende Lineup des Dockvilles und vor allem, dass nicht mit hunderten Headlinern gearbeitet, sondern frischer Wind im Programm aufgenommen wird. Das macht für mich ein Festival besonders, wenn ich mit viel guter, neuer Musik wieder nach Hause fahre.

Nachdem gleich zum Einstieg ein musikalisches Spektaktel an das andere reihte, ist jetzt erstmal Zeit für Bierchen und Geländeerkundung. HAIM und The Lumineers höre ich mir da aus der Ferne an und beobachte, wie die Menschen sich zu ‚Ho Hey‘ in den Armen liegen. Schöne Menschen. Menschen mit Baum in der Hand zur Erkennung, Menschen mit umgebundenen Tetrapacks, Menschen mit Glitzer im Gesicht. Sogar Handyladestationen gibt es auf dem Gelände. Dort belausche ich drei Mädchen, die von ihrem ladenden Handy CRO und Macklemore laufen lassen und parallel im Instagram spielen: die Erste: „Stephan ist gerade in Kiel, zumindest laut seinen HASHTAGS“. Die Zweite, die mittlerweile etwas anderes erzählt, bekommt von der Dritten die Antwort „Ach echt? Cool, das LIKE ich total!!“ Nunja, kein  Kommentar.

Die Menschen sitzen auf Grashügeln, in Bäumen, in Hängematten. Neben dem ganzen Festivaltrubel findet man an allen Ecken ruhige Plätze zum Niederlassen. Die Menschen essen Handbrot, Falafel, Burger. Sie halten Schilder mit ‚Legalise Konfetti‘ und ‚Rock it‘. Sie küssen, trinken, toben, lachen, tanzen.

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kreativsaison dockville festivalIm Nest.kreativsaison dockville festivalHaare flechten inmitten des Designmarktes.kreativsaison dockville festival kreativsaison dockville festivalKreatives Schaffen.kreativsaison dockville festival kreativsaison dockville festivalDas Kleiderkreiselzelt.

Und auch wir tanzen nach einer kleinen Verschnaufpause weiter, mittlerweile zu Rangleklods, ein weiteres mir bis dato unbekanntes Highlight. Das Elektro-Synthie Duo ist ein Beweis dafür, dass die Dänen das Keyboard äußerst gerne im 90º Winkel zum Publikum stellen, aber das nur am Rande. Der Sänger setzt seine Stimme gekonnt und ziemlich vielseitig ein, mal mehr mal weniger, mal ruhiger, mal fetziger und entzückt meine Ohren sondergleichens.

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Im Anschluss – und für heute auch als letzte Band – sind Foals an der Reihe, die meine Erwartungen nicht ganz erfüllen. Vielleicht mag es am etwas mangelhaften Sound liegen, aber die fünf Briten schaffen es nicht mich zu flashen, auch wenn sie uns dennoch in Tanzstimmung versetzen. Familienzuwachs, mein anderer Bruder kommt auch endlich an. Wir essen Kartoffeln und Wings im Food Corner und beenden unsere Nacht mit dem Berliner DJ Alle Farben im Maschinenraum.

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Samstag – Kunst für Augen und Ohren

Nach einem entspannten Frühstück und anschließender Chillerei auf dem Campingplatz starten wir den Tag ganz gemütlich mit einem Kunstspaziergang. Bevor wir uns um 14:30 Uhr an der Kommunikationszentrale treffen, schauen wir beim Poetry Slam am Maschinenraum vorbei. Die zwei Mädels entschuldigen sich für den Sound und starten ihr Programm, was sich nicht schlecht anhört, aber tatsächlich von der benachbarten Bühne überschallt wird. Schade, vor allem für die teilnehmenden Slammer.

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kreativsaison dockville festivalVolle Mägen erfordern ein Verdauungsnickerchen.

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In Gruppen aufgeteilt starten wir unsere Kunstroute bei einem Vulkan, der kein Vulkan ist, sondern eine Baugrube. Moment, eine Baugrube, aus der Farbe tropft und Nebel aufsteigt? Im verteilten Kunstkatalog stellen uns Spaziergängern alle Künstler Fragen. Lenika Long, die Macherin der Baugrube, fragt uns z. B., ob wir uns trauen, ein wenig Mutterboden zu probieren? „Haben wir das nicht alle mal gemacht?“, frage ich. Erst ein Spatziergänger habe das bisher tatsächlich an dieser Stelle gemacht und das auch erst nach dem Versprechen eines Getränks im Gegenzug.

ASK THE PERSON NEXT TO YOU HOW MUCH MONEY THEY NEED AND THEN GIVE IT TO THEM NOW.

Daniel Cremer Frage zu dieser Aussage: „Kannst du das bitte vorlesen? Werden wir es schaffen? Aha, warum nicht? Erinnerst Du Dich noch an Gezi Park? WAS!?“ Ich war gütig und habe nach 20 € gefragt, erfolglos.

Auch die Berlinerin Julia Herfurth setzt sich mit dem diesjährigen Metathema ‚Unkraut‘ auseinander. In ihrem Projekt Herbarium untersucht sie, welche Unkräuter resistent sind gegen Vernichtungsmittel, welchem Unkraut Round Up nichts antun kann. Julia ist interessiert, das Nicht-Fassbare sichtbar zu machen und fragt „Gibt es mehr Sichtbares oder Unsichtbares auf der Welt?“. Neben all der unsichtbaren Physik und Biologie stellen wir fest, dass alleine die SICHTBAREN Festivalgänger so viele versteckte Emotionen haben und man nicht erahnen kann, was in jedem Einzelnen vorgeht. Deswegen sagen wir, dass es wohl mehr Unsichtbares gibt.

kreativsaison dockville festival kreativsaison dockville festivalSichtbar oder unsichtbar?

Die ‚Wheel Machine‘ von dem Chilenen Sebastian Muhr zeigt eine Installationen aus einzelnen, ineinander verzahnten Fahrradteilen, aus denen hier und da Pflanzen wuchern. Nachdem uns zwei Betrunkene Spaßvögel die Funktionsweise dieser organisch bewegten Maschine näher bringen wollen, werden Gedanken wie „Stören & Unkraut“, „keine Aussage, nur Dekoration“ und „Unkraut = Schrott?“ in die Gruppe geworfen. Oder stellt es doch Kapitalismuskritik dar, weil nur ganz oben ein Sattel miteingebaut ist, der sich ausruht und die vielen Räder unter diesem die Arbeit machen müssen?

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Bevor wir unseren Spaziergang bei dem Igel beenden, kommen wir an Lana Cmajcanins Projekt ‚Perspectives‘ vorbei. Während die eine Seite der Wand den Spruch ‚The grass is always greener on the other side‘ zeigt, steht auf der anderen ‚The grass is always redder on the other side‘. So ist für Lana alles eine Frage der Perspektive, genauso wie die Betrachtung von Unkraut, das für die Einen eine Nutzpflanze und für Andere Müll ist. Man will immer das, was man nicht hat – und so stellen wir fest: „Verarsche“ ist der passende Begriff für diese Installation.

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Der Igel des Architektenkollektivs umschichten wurde nach Start im April bei dem Roskilde Festival fortgesetzt und letztendlich beim Dockville Kunstcamp zu Ende gebracht. Er ist Schlafstätte für das Dockville Team, welches die zuvor im anliegenden Laborgebäude untergekommen war. Die weißen Häuschen sind mit Holzplatten geschmückt, die sich wie Igelstacheln wegstrecken und wie ein Schutz vor Eindringlingen wirken. Ob als Waldnest und multifunktional nutzbar mit integrierter Wäscheleine oder als architektonisches Gebäude inmitten einer Großstadt, das vor Diebstahl gesichert ist – was nach dem Festival mit der „Festungsanlage“ passiert, ist unbekannt. Genauso unbekannt wie das weitere Bestehen des Kunstcamps, denn so wie bisher wird es wohl leider nicht mehr stattfinden.

An dieser Stelle beenden wir unseren Spaziergang und gehen über in einen weiteren Nachmittag voller Kunst für die Ohren. Los geht’s mit When Saints Go Machine. Beim Immergut noch bei Regenschauer, erleben wir sie heute bei strahlender Sonne – und sind nicht weniger begeistert. Ein weiterer dänischer Beweis, diesmal der, dass die Landsleute eindeutig wissen, gute Musik zu fabrizieren.

kreativsaison dockville festivalDie MS DOCKVILLE Gang.

Ein kurzer Besuch bei Herr von Grau, ich singe „Sie mehr so, er so, er wie sie so, er so, sie so.“ und schon geht’s weiter zum Grossschot zu den Crystal Fighters, die ich immer wieder feiere. Die englisch-baskische Indi-Electro Band löst in mir immer wieder gute Laune aus – und scheinbar nicht nur in mir, die Menge tanzt.

kreativsaison dockville festivalErst vor…

kreativsaison dockville festival… dann hinter der Bühne. Crystal Fighters im Interview.

Was jetzt im Maschinenraum passiert, ist ganz großes Kino und unser aller Highlight. Dope D.O.D. und wie uns später berichtet wird Dope Duo of Darkness aus Holland. Erst steht nur einer der drei Rapper auf der Bühne. Der zweite erscheint mit weißer Maske, verschwindet aber auch gleich wieder. Er kommt zurück, ohne Maske, aber nicht weniger spooky – halb abrasierte Mähne, hinten Vokuhila, weiße Kontaktlinse. Das Hip Hop Trio bringt das Publikum komplett zum ausrasten, am Ende atmen alle wohl nur noch Staub ein, mein Bruder wird von einem Kerl angegrinst, der gerade einen Zahn verloren zu haben scheint.

kreativsaison dockville festivalBei Dope D.O.D. ists staubig.

Next: Mac Miller. Hier leidet der Sound leider wieder etwas, ansonsten zieht der Junge – ich hätte ihn älter geschätzt, er ist aber tatsächlich erst 21 Jahre – aus Pittsburgh seine Show professionell durch. Wirklich bewegen kann er mich allerdings nicht.

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Ich sprinte schnell zum Vorschot, um noch etwas von MS MR mitzukriegen – zum Glück. Schade nur, dass WOODKID mir schon im Hinterkopf sitzt und ich deswegen nicht weiter in die Menge reinhechte, das New Yorker Indi-Pop Duo sagt mir zu. Dennoch – 22:30 Uhr, WOODKID geht an den Start und damit wahre Kunst für die Ohren. Und Augen. Der Franzose Yoann Lemoine ist nämlich ein hochprofessioneller und bis ins kleinste Detail arbeitender Videoproduzent, der erst relativ spät mit seiner eigenen Musik rausrückte. Bei ihm stimmt alles und auch bei seiner Lichtshow inklusive Videoprojektion merkt man, dass auch diese eine eigene Komposition und genauestens auf seine Lieder abgestimmt ist. In diesem Moment vermisse ich meine Schwester, mit der ich in Mailand bereits bei seinem Konzert war und die mit meinem Bruder zusammen meine beste Musikfreundin ist. Danke Dockville für einen weitere emotionalen Höhepunkt.

kreativsaison dockville festivalWarten auf Woodkid.kreativsaison dockville festivalBuschiges Fotografieren, hier seine schönen Festival-Impressionen.

Noch kurz bei TEED reingehört und beendet wird die Nacht mit A-TRAK, John Talabot und Chillerei auf der sogenannten Torte. Halt, moment. Nicht zu vergessen der grandiose Freund mit dem Ghettoblaster am Festivaleingang. Sicher eine halbe Stunde stehen wir da und feiern ihn und seine Musik, bis ein Störgeist dazwischen funkt und mitten in unseren Tanzkreis kotzt. Na lecker.

kreativsaison dockville festivalLuxustoiletten.

Jule, 22, Rostock, Fazit:
Holla die Waldfee, war das ein gelungenes Festival Wochenende. Kaum hatten wir unsere Zelte am Hang aufgeschlagen, da liefen (!!!) wir schon zum ersten Act, denn es gab viel musikalisch abzuarbeiten. Für mich gab es viele kleine Highlights neben den großen Acts wie zum Beispiel Reptile Youth, Dope D.O.D und der Ghettoblaster DJ vorm Festivaleingang, die das Dockville so aufregend gemacht haben. Kunst konnten wir auch genießen, also was soll ich noch sagen. Say Hello to MS Dockville 2014!
 

Sonntag – der Ausklang eines grandiosen Wochenendes

Heute werden wir vom Regen geweckt, weshalb viele Festivalgänger bereits aufbrechen – elende Drückeberger. Wir lassen uns davon nicht unterkriegen und werden dafür auch erstmal belohnt. Ein bisschen zu Rampue im Nest tanzen, über Rockstah lachen und sich an den Liedansagen von Sizarr, einer schönen jungen Indie-Rock-Band aus Landau, erfreuen.

Der letzte komplett trockene (Synthie-) Act kommt dann wohl von den Kanadiern Austra am Vorschot. Und was sich jetzt über unseren Häuptern am Himmel aufbauscht, schein sich perfekt mit Agnes Obel und ihrer Cello und Violinenbegleitung abgesprochen zu haben, die in ‚Brother Sparrow‘ den Wettergott besingt. Ich sitze angelehnt an einem Baum, vor mir hunderte Menschen auf dem Grashügel sitzend, weitere tausende Menschen vor der Bühne verteilt. Agnes rührt mich fast zu tränen, zu schön ist dieser Moment. Über mir wird es dunkler und dunkler, während mich der Blick nach rechts Richtung Klüse und zum Wasser schon fast blendet. Gigantisch. kreativsaison dockville festival kreativsaison dockville festival

Ich treffe meinen Bruder bei DJ Koze im Maschinenraum, wir gehen zurück zu Agnes und da passiert es auch schon. Aus anfänglich leichtem Nieselregen – bei dem jeder überzeugt ist, das große Unwetter zieht vorbei – platzt es nach wenigen Minuten nur so heraus. Wir versuchen uns über die Jevertheke zu retten, erfolglos – nach gefühlten drei Sekunden kann man uns komplett auswringen. Ein paar Hartgesinnte trotzen dem aber, springen in Pfützen rum, in denen bald Tetrapacks herumschwimmen.

Mist, bei dem Versuch, in der Pressehütte zu trocknen, verpasse ich Polica. Aber man kann ja bekanntlich nicht alles mitnehmen. Dafür kann ich meine Kleidung wechseln und muss nun nur noch mit meinen pitschnassen Füßen kämpfen, tobend beim FM Belfast Auftritt, die für Kakkmaddafakka einspringen. Das ist zwar zu bedauern, denn ein Bandmitglied muss mit einem Herzproblem ins Krankenhaus, aber dennoch freue ich mich über den Ersatzauftritt. In Unterhosen die Männer, im Prinzesinnenkleid die Frau, springt die freakige Isländer Elektro-Pop-Band auf der Bühne rum und lässt alle noch ein letztes Mal so richtig ausrasten.

Carsten, 24, Rostock, Fazit:
Dockville 2013 – wieder einmal gelungen. Ich hab schöne Musik gehört und ausgelassen mit meinen Freunden gefeiert. Lediglich die Camping-Situation hat mir missfallen. Der Zeltplatz war meinem Empfinden zu klein, um alle Camper angemessen ihr kleines Reich aufbauen zu lassen. Doch nun sei es drum, man ist ja nicht zum schlafen dort, sondern um ein schönes Festival zu erleben…und das war es definitiv.

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Nach Wohlwill im Maschinenraum müssen ein paar Bierchen her. Einige Freunde meines Bruders, mit unter der Fotograf Hinrich und der Rapper Müwie der Hamburger Crew Eljot Quent und ich ziehen langsam aber sicher zur Dockville-Abschiedpardy in der Klüse. Da stiehlt dann auch der Checker der Tanzfläche allen die Show, ein Afrikaner, der eine Bierflasche auf dem Kopf balanciert. Gewusst wie – auch als er mich auffordert, die Flasche mit meinem Getränk auszutauschen, kommt er nicht ins Schwanken und tänzelt so vor sich hin. Es war ein Fest.

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Mein einziges Quängeln gilt dem teils nicht hervorragendem und sich überlappendem Sound der Konzerte und dem doch recht jungen Publikum. Ansonsten habe ich wieder das geschafft, was mir wichtig ist:

mit Musik nach Hause gehen, die mir neu ist und die ich feiere. Nur einen heftigen Schauer durchstehen. Liebe neue Menschen treffen. Alte Bekante und viele schöne Menschen sehen. Denn wie sagt der Sänger Fabian von Sizarr so schön „It’s all about beauty“. Und das spiegelt sich auch im MS DOCKVILLE. Schönheit in all ihren Formen und Facetten – in der Musik, in der Kunst, in der Geländegestaltung, in den Emotionen, in der Atmosphäre. Und so geht es SCHÖNstinkend und wehmütig, aber auch glücklich und in Vorfreude auf eine richtige Dusche mit dem Zug wieder zurück gen Rostock – und wieder reist eine große Kindergruppe mit uns, deren Koffer größer sind als sie selbst.

Bis nächstes Jahr, du schönes MS DOCKVILLE.

kreativsaison dockville festivalZeltüberbleibsel.kreativsaison dockville festivalFrühstück im Zug.

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Ebenfalls zu empfehlen, aber nicht oder ein andermal angeschaut: MO, Roosevelt, Fenster, Kitty, Daisy & Lewis, Miss Li, Chvrches und und und…………

Obwohl ich an mancher Stelle staune, was selbst mein altes Iphone für Fotos hinkriegt, möchte ich Euch nicht Christophs Eindrücke vorenthalten – guckt vorbie.

2 Kommentare

  1. Pingback: Wochen-Pläsiere | Kreativsaison Mecklenburg

  2. Juliane Borths

    #YOLO

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