Festival: Immergut

Immergut 2013 – Jedem Ort sein Wesen

Bei der ersten Kreativsaison Projektwerkstatt, die ich miterlebt habe, wurde mir bereits gesagt, dass Mecklenburg das Land mit der dichtesten Festivalfläche sei. Ganz einfach mit der Tatsache zu erklären, dass hier nunmal der Raum dafür gegeben ist. Und so darf ich nun das erste Festival live miterleben. Vom Immergut habe ich zum ersten Mal vor ein paar Monaten gehört und mir wurde ans Herz gelegt, unbedingt dort hin zu gehen, da dort eine ganz spezielle Atmosphäre herrsche. Seit nun 13 Jahren findet das Immergut in Neustrelitz statt, direkt an den Seen, sehr zentral, aber doch idyllisch im Wald. 5000 Gäste – und davon sehr viele treue Wiederkehrer – machen das Festival jedes Jahr zu einem sehr familiären und gemütlichen Beisammensein. So in etwa wird es mir auch beschrieben. Als ich dann noch höre, dass Efterklang, Gold Panda und Roosevelt dort sein werden, steht für mich fest, da will ich hin! Die weiteren Acts sind mir bis dato noch unbekannt. Auch Kunst wird es geben, höre ich. Und obwohl das Festival nicht im eigentlichen ‚Bereich‘ der Kreativsaison liegt, nehme ich mir zum Anlass, es hier zu integrieren. Denn letztendlich sind es nur knappe zwei Stunden, was spricht also gegen eine Festival-Wochenplanung verbunden mit ein paar Tagen Ostsee? Richtig, nichts!

Der Kontakt mit dem Immergut-Team im Voraus geht Hand in Hand mit den Berichterstattungen, dieser ist nämlich total herzlich und persönlich. Ich werde gedudzt, bei Fragen habe man immer ein Ohr für mich offen und ich solle bloß das Mückenspray nicht vergessen.

‚Jedem Ort sein Wesen‘, so das Motto des diesjährigen Immerguts…

… Ich suche es in all den Momenten, die das Festival ausmachen, beginnend bei dem Kontakt mit dem Team und endend bei der Musik und den ganzen Begegnungen, die ich machen werde.

Das Ticket ist das Meinige, die Vorbereitung kann beginnen. Dafür hat Lise vom Blog Saint Felicitas uns auch gleich einen Festival-Survivalguide mit auf den Weg gegeben.

Freitag morgen geht es mit dem Mecklenburgticket der Deutschen Bahn gen Neustrelitz und vom Hauptbahnhof mit dem Retro-Shuttle zum Festivalgelände. Herzallerliebst, wie wir uns alle – eingequetscht zwischen Rucksäcken, Zelten und anderen Körperteilen – auf zwei Tage Musik und Spaß freuen. Und das bitte ohne Regen.immergut festival kreativsaison

Schneller als gedacht finden wir einen Platz für unser 6-Mann-Zelt sowie zwei Wurfzelte und erfreuen uns an unserem Nachbar Heinz, der später nur noch im schwarzen, hochgezogenen Schlüpper über das Gelände laufen wird. Jetzt noch fix für die nächsten Tage einkaufen, meinen Bruder und persönlichen Fotografen empfangen, das Gelände erkunden, grillen und die Konzerte können starten.immergut festival kreativsaison

Das Festivalgelände hat drei Anlaufstellen: Die große Waldbühne, die Zeltbühne und Disko Tanze Käthe und das Birkenhain-Zelt. Unsere erste Band ist White Fence aus LA in der Zeltbühne, die rocken. Danach kommt schon gleich das musikalische Highlight der Tage und damit auch ein neugewonnener Musikjuwel: When Saints Go Machine aus Dänemark. Auch Efterklang machen einen super Job und ich bin ganz angetan von deren Show, die damit endet, dass der dänische Sänger Casper einen Herzballon aus einem Karton nimmt, diesen ins Publikum wirft und weitere Kleinigkeiten aus der Kiste holt, die bei deren vorigem Konzert vom Publikum mitgegeben wurden. Und so auch heute Abend, der Karton geht durch die Menge, wer ’nen Schlüpper, Flachmann oder Aspirin zu vergeben hat, kann dies in die Box geben.

Nach drei Bands wird ersmal eine Pause gemacht und später dann mit dem norddeutschen Christian Löffler durch die Nacht getanzt.

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Eine wichtige Sache, die ich lustigerweise noch nie in meinem Leben benutzt habe aber besser mal mitgebracht hätte, sind Oropax. Ich bin ein Mensch, der wirklich bei jedem Lärm schlafen kann. Wenn jemand aber stundenlang über den Zeltplatz schreit, dann hört auch bei mir der Spaß auf. Und so fühle ich mich am Samstag, als habe ich genau null Stunden geschlafen. Egal, auch das ist das Wesen des Immerguts. Für die nächste, eher ungewöhnliche, Festivalaktivität bin ich wieder ganz wach: Modelscouting mit anschließendem Fashionshooting für Cold//by. Dafür haben wir unter den Festivalgängern ein hübsches Männlein und drei hübsche Weiblein gesucht und gefunden.

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Und wo ist jetzt die Kunst? Auf dem Festivalgelände, an drei Punkten und auch in ihr steckt das Wesen des Immerguts. Denn mit dem Kunstaufruf wird dieses Jahr nach dem Wesentlichen der Kunst gesucht, die Kunst auf Festivals, was wie vermittelt und wie sie wahrgenommen wird.

1. ‚immerWERsum//Immerall‘, ein Projekt von Sarah Domann und Alexandra Duda.

2. ‚Stand der Dinge‘ von Kevin Lüdicke. Der Künstler ist vor Ort und bemalt zeltartige Pyramiden aus Holz. Ich mag, was er da macht und finde die meist geometrischen Formen, die am Ende Tiere, Körperteile oder sonst was ergeben, ästhetisch sehr ansprechend.

3. ‚why the caged bird sings‘ von Katja Ladedzki und Annegret Rouél.

Den Musicsunday starten wir mit einem Sitzkonzert mit der deutsch/amerikanischen Band Fenster. Und ich frage mich, wer sich ausgedacht und die Macht hatte, das Konzert zu einem Sitzkonzert zu machen, ich finde das Ganze gerade nämlich ziemlich tanzbar. Egal, es herrscht eine schöne Stimmung, die Sonne scheint (noch), also Augen zu und das ALLES genießen. Als Tiere Streicheln Menschen uns mit ihrer „niveaulosen“ Lesung zum lachen bringen, lässt sich kaum einer von dem plötzlichen Regenschauer abschrecken und so stehen alle – zwar teilweise unter den nahegelegenen Bierdächern, so doch noch in unmittelbarer Bühnennähe – um das amüsante Repertoir der Berliner nicht zu verpassen.

Weiter mit Musik und wegen genau Selbiger verpasse ich leider das Pressemeeting und die Möglichkeit, Steffi und die restliche Immergut-Crew persönlich kennen zu lernen. Denn um acht tanze ich mit Xul Zolar aus Deutschland, um neun komme ich nicht klar auf die Beach Fossils aus Brooklyn, denn der Sänger zerreißt sein Shirt und schreit ins Mic „It’s dooooone, we are sooo done, the show is dooone, we are fuckin dooone‘ . Um zehn erfreue ich mich an der Musik von Dry The River aus London, brauche zu diesem Zeitpunkt aber eher Action, ich werde müde. Elf Uhr, rüber zur Waldbühne zu The Vaccines. Action? Gesagt, getan: um zwölf stehe ich verschwitzt in der ersten Reihe bei We Were Promised Jetpacks aus Schottland, mehr Action geht gar nicht. Findet mich auf dem mittleren Bild, das die Band gepostet hat.immergut festival kreativsaison

Danach MUSS eine Pause her, bis ich um zwei wieder weiter tanze, mit Roosevelt aus Köln und um vier damit aufhöre, mit Gold Panda aus den UK.

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Nach zwei heftigen Regenschauern, die uns aber nichts abhaben können, ist auch am Sonntagmorgen Abschiedswetter in Neustrelitz. Als ich aufwache sind einige Zelte schon abgebaut, ich habe da eher an ein gemütliches letztes Frühstück mit der Truppe gedacht. Jetzt geht alles Schlag auf Schlag, das Abschiednehmen fängt an und auf geht es zurück; zurück zum Retro-Shuttle, zurück zum Bahnhof, zurück nach Rostock, mit dem Mecklenburgticket. Als habe jemand den Rückspulknopf gedrückt.

Das war’s. Schön war’s. Tschüss Immergut. Tschüss Wesen. Danke für zwei grandiose Tage, neugewonnene Musik, nette Leute, kaum Regen, viel Gelächter, Sonne, Grillerei und Bier. Das sollte man auf jeden Fall auch für’s nächste Jahr einplanen und für Weitgereiste empfiehlt sich definitiv eine Tour an die Ostsee im Voraus/Anschluss :) Leider haben wir Fraktus am ersten Abend im Großen Haus verpasst und auch baden waren wir nicht. Dennoch waren es sehr gelungene Tage und ich kann jetzt nachvollziehen, was mir über das Immergut berichtet wurde.

Da mein Handy gleich am ersten Tag ausging gibt es leider nicht mehr hochqualitative Handyaufnahmen. Noch mehr – und viel schönere – Bilder gibts es auf Blog meines Bruders, meinem persönlichen Festival-Fotografen.

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2 Kommentare

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