Benz – Eine Gemeinde und die Kasse des Vertrauens

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Schwerin, Wismar, Kühlungsborn…… Benz.

Unsere Arbeitstage finden sehr zerstreut statt, das wurde hier schon öfter deutlich. Immer im Land unterwegs, immer in Gesprächen mit regionalen Kulturakteuren, Künstlern, Touristikern…. Und diesmal eben in der Gemeinde Benz. Nein, nicht Benz auf Usedom, sondern das schnuckelige Benz östlich von Wismar. Hier treffen wir den Bürgermeister, lokale Touristiker, Gastronomietreibende und einfach sehr engagierte Bürger um gemeinsam die Besonderheiten der Gemeinde zu entdecken, zu sammeln, zu entwickeln. Weil neben einem Wismar/Schwerin/Rostock-Besuch eben auch ein Besuch in Benz und vielen anderen kleinen Orten Mecklenburgs lohnenswert ist. Wer’s nicht glaubt, kann sich von Daniela, Andreas oder Elena überzeugen, die Mecklenburg im Rahmen der Pressereise bereisten.

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Oder einfach weiterlesen….

Als erste Etappe peilen wir den Ortsteil Gamehl an, der vor allem wegen des Schlosses am meisten heraussticht. Aber bevor wir uns das anschauen besuchen wir erst einmal Herrn Diederich und seine Frau im Fahrrad-Hofkaffee, welches direkt auf dem Weg zum Schloss liegt. Gott, ist das schön hier. Ein kleiner Garten, in dem vor ein paar Jahren nur wenige Bäume waren, wurde liebevoll und mit ganz viel Herz zu einem kleinen Café umgestaltet. Es fühlt sich an wie Nachhausekommen.

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Die Kunst von der Kunst zu Leben – das Motto der Dietrichs

Schon immer arbeiten die Diederichs zusammen, der gelernte Maurer erzählt stolz, dass er seine Frau vor ein paar Jahren eingearbeitet und sie danach das komplette Haus alleine verputzt habe. Wie sind die Öffnungszeiten, frage ich und die Antwort ist ungenau aber charmant: „7 Tage die Woche, früh bis spät“.

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Immernoch stolz zeigt uns Herr Diederich den ganzen Garten, das Gartenhäuschen, das er für seinen Enkelsohn gebaut hat und das zweite Gartenhäuschen, weil der Enkel noch eine Feuerwache zum spielen wollte. An einer großen Tafel sitzt gerade ein ca. 10-köpfiger Senioren-Trupp, die ausgelassen und fröhlich einen Geburtstag feiern. Als Christoph fotografiert beginnen sie zu posieren und er sagt, dass sie das gar nicht bräuchten, er fotografiere sie lieber im natürlichen Geschehen.

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Wir kommen an der Schmiede vorbei, die Samstags oft Gäste wiederkehren lässt, weil sie sie unbedingt in Benutzung sehen möchten.

Als wir köstlichst selbstgebackenen Kuchen essen erzählen uns die Diederichs von ihren Gästen, oft Fahrrad- und Motorradfahrer. Wenn diese ganz spontan eine einfache Unterkunft benötigen, steht hinter dem Garten, direkt um die Ecke der Schweine gelegen, ein Wohnwagen parat. Zweimal die Woche macht der ADFC von Wimsar Touren, bei denen oft Zwischenstopp im Café eingelegt wird. Man schätze die Ruhe hier, vor allem die Gäste aus dem Westen.

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„Hier hält man zusammen, wir sind eine Gemeinde mit starkem Zusammenhalt“ sagt Herr Dietrich mit der Anmerkung, dass das Schloss den Gästen das Café empfehle und umgekehrt.

Eine Hand wäscht die Andere

Und so ziehen auch wir weiter zum Schloss, wo wir eine kleine Führung durch die Räumlichkeiten bekommen. Puh, ist das schön hier. Da denkt man gleich an die eigene Hochzeit, für die das Schloss wie gemacht scheint.

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Neben dem wöchentlich wechselnden Menü aus regionalen Produkten legt mir Herr Diederich besonders das Sonntagsfrühstück ans Herz. Noch sympathischer wird mir das alles hier, als der Mitarbeiter uns von den Eierdealern erzählt, von denen es einige gibt. „Fahr mal runter zur 17“ sagt man dann zu den „Eierbedürftigen“. Genau solche Geschichten und Menschen wie der herzige Herr Dietrich geben einem Ort Persönlichkeit. So wie Berni Kruse in Neubukow.

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Im Wildgehege erfahren wir, dass der Bäcker Tilsen das Brot für die Tierfütterung sponsert, denn „hier wäscht eine Hand die andere“. Hier kriegen nicht nur wir kaum genug von den Rehen, v.a. die Rehe selbst kommen ohne jegliche Scheu zu uns und lassen uns gar nicht mehr gehen.

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Eine Gemeinde und die Kasse des Vertrauens

Als letzte Etappe besuchen wir die Keramikerin Astrid Rohmer in ihrer Werkstatt in Kalsow, in der sie Dreh- und Rakukurse für bis zu drei Personen anbietet. Ihr ist es wichtig, dass die Kundschaft nicht nur das fertige Produkt sieht, sondern auch die Macherin in der Herstellung. Sogar wenn sie in den Urlaub fährt ist ihre Werkstatt offen. Dann steht an der Tür eine Kasse des Vertrauens und bisher ist es tatsächlich noch nie vorgekommen, dass jemand einen unangemessenen Betrag dort reingeworfen hat. Das selbe bestätigt Herr Diederich für das Hofkaffee, wo die Kasse des Vertrauens auch schon ausprobiert wurde.kreativsaison benz

Bei Astrid beenden wir unsere Tour, denn wir müssen weiter nach Schwerin zum Kreativstammtisch. Jetzt heißt es, mit den Eindrücken zu arbeiten und die Gegend nach außen strahlen zu lassen, so dass mehr Menschen diese Perle aufsuchen.

Einen besonderen Anlass Benz zu besuchen bietet übrigens die Vorweihnachtszeit, denn am 8.12., dem zweiten Adventssonntag,  findet der Adventmarkt statt, an dem sich die ganze Gemeinde beteiligt.
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