Festival: MS DOCKVILLE

In fünf Tagen ist es so weit und das langersehnte MS DOCKVILLE geht in die Startlöcher…

ms dockville festival kreativsaison

© Christoph Trabert

Mecklenburg als Land mit der dichtesten Festivalfläche hatte ich bereits erwähnt. Nun ist Hamburg nicht Mecklenburg, für uns aber trotzdem eine ganz wichtige Region. Dort leben Diejenigen, die ein Wochenende (oder mehr) nach Mecklenburg ausbrechen und sich eine Auszeit von der Stadt nehmen. Warum also nicht gleich im Anschluss vom MS DOCKVILLE? Nach anstrengenden Festivaltagen an der Ostsee entspannen. Oder doch gleich weiterfeiern, in Rostocks Nachtleben!? Das klingt nach einem Plan, vielleicht schließt sich mir ja jemand an.

ms dockville festival kreativsaison

© Christoph Trabert

In Vorbereitung habe ich mich mit fünf lieben Menschen zusammengesetzt, sie gefragt, was das Dockville für sie ausmacht, auf welche Acts sie sich am meisten freuen und/oder was sie sonst so zu sagen haben.

Aber erstmal ein paar Infos zum MS DOCKVILLE, welches seit dem 1. August bereits in vollem Gange ist – mit dem ART Camp. KünstlerInnen aus der ganzen Welt leben und „kreativarbeiten“ hier 11 Tage zusammen. „Ein großer künstlerischer Kommunikationsprozess, bei dem Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen aufeinandertreffen, zusammenwachsen und sich weiterentwickeln.“, so heißt es in der MS Dockville Pressemitteilung.

ms dockville festival kreativsaison

© Christoph Trabert

Unter dem Metathema ‚Unkraut‘ wird hier eine Arbeitsweise angewendet, die durch Unbestimmtheit und Nicht-Verwendbarkeit neue künstlerische Praxen enstehen lässt. Ein ganz unterschiedlich interpretierbarer Begriff, sehen die Einen Unkraut als Lebensraum- und Nutzpflanze an, ist es für Andere von keiner Bedeutung und eher der Vernichtung ausgesetzt.

Ich bin gespannt, wie das Thema umgesetzt wird. Weiter darauf eingehen werde ich an dieser Stelle nicht, was im Camp alles enstanden ist – von Installationen und Malerei, zu Tanz und Musik, bis hin zu Fotografie – werde ich vor Ort sehen und hier im Anschluss berichten.

Ja, und auch Konzerte finden bereits während der Camp-Tage statt, so z. B. Mykki Blanco am 10.08. Da macht sich Neid über meinem Inneren breit, den will ich sehen! Aber nun gut, mich erwarten vom 16.-18. August über 130 Acts auf 6 verschiedenen Geländen, ich will also nicht meckern.

Kommen wir zu unseren Festivalgängern, die ihre ganz unterschiedlichen Gedanken zum MS DOCKVILLE mit uns teilen.

ms dockville festival kreativsaisonCarsten, 24, Rostock: Ich bekenne mich – ich bin Wiederholungstäter. Bereits das vierte Mal besuche ich das MS DOCKVILLE. Das erste Jahr hab ich mich noch intensiv mit dem LineUp auseinander gesetzt, regelrecht Recherche betrieben. Neben der vielfältigen Auswahl an Künstlern, hat mich vor allem die Nähe zu meinem Heimatort anreisen lassen. Es hat mir sehr gut gefallen, weshalb ich mich noch im gleichen Jahr vor den PC gehockt habe, um ins Blaue hinein eines der begehrten Frühbuchertickets zu ergattern. Seitdem fahre ich immer wieder gerne hin. Das parallel laufende Kunstcamp bietet dabei eine angenehme Abwechslung für die Ohren. Ich bin gespannt was meine Augen dieses Jahr zu sehen bekommen und besonders freue ich mich auf Mac Miller und Roosevelt.

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ms dockville festival kreativsaisonPhilipp, 24, Hamburg: Festivals sind eine ernste Angelegenheit. Selten wird der verloren geglaubte Urinstinkt des gemeinen Großstädters vor solch anspruchsvolle Herausforderungen gestellt: Länger als zwei Tage im Voraus planen! Den erwarteten Alkoholkonsum möglichst genau antizipieren! Den Zeltaufbau penibel einstudieren, um sich vor den Kollegen nicht zu blamieren! Festivals sind der pure Stress. Kein Wunder, dass ich nach den Anstrengungen der letzten Saison dieses Jahr etwas kürzer treten muss. Ja, ich gönne mir die verpönte Luxusversion: Heiße Dusche am Morgen, Croissants und Café au Lait, gemütlich mit dem Rad zum Festivalgelände. Dieses Mal bin ich einer von ihnen, diesen miesen verwöhnten Festivalbonzen. Und ich freu mich drauf!

Mein MS DOCKVILLE-Debut verspricht ein ruhiges zu werden. Zumindest dachte ich das, bevor ich die Running Order zu Gesicht bekam. Den Freitag wird mein schwaches Nervenkostüm vielleicht noch mitmachen: Milky Chance, The Lumineers, Rangleklods, Foals. Punkt. Man wird ja auch nicht jünger! Anschließend völlig fertig nach Hamburg radeln. Jetzt bräuchte ich eigentlich schon eine Woche Florida, aber nein, munter geht’s weiter. When Saints Go Machine, Roosevelt, Crystal Fighters, Lemaitre, Woodkid und Totally Enormous Extinct Dinosaurs. Moment. Die spielen ja gleichzeitig! Stress! Und dann auch noch A-Trak, xxyyxx (Abgesagt? Stress!) und John Talabot bis morgens um 6. Dann schnell nach Hause für die heiße Dusche, das Croissant runterschlingen und sofort wieder kräftig in die Pedale treten. Was sind schon 12 Kilometer nach einer schlaflosen Nacht. Hauptsache pünktlich zu Sizarr wieder vor der Bühne stehen. So hab ich mir mein Luxus-Festival vorgestellt! Anschließend Miss Li, Austra, Chvrches, Polica, Kakkmaddafakka und bevor mich die letzten Kräfte verlassen möglichst noch irgendwie den Heimweg antreten. Das kann ja heiter werden …

ms dockville festival kreativsaisonSarah, 28, Hamburg: Der Wind zieht von Süden her über die Elbe, Wolken fliegen schnell vorbei, als hätten sie es eilig den Himmel über der Brachfläche aus Wald, Wiese und Sand am südlichen Ende der Elbinsel zu befreien. Nach mehreren Wochen Hamburger Dauerregen schafft die Sonne es endlich durch die Wolken zu brechen und das MS DOCKVILLE in ein goldenes Licht zu tauchen. Seit Wochen schon bewegen sich Künstler, Handwerker und Helfer auf dem Gelände, um aus dem Ort hinterm Reiherstieger Deich eine neue besondere Welt zu erschaffen. Hier kommen die unterschiedlichtsen  Arten der Ausdrucksweisen der eigenen Weltanschauungen, dem Wunsch nach Veränderung zusammen. Temporäre Installationen aus verschiedenen Materialien, aus Licht und Melodie finden zusammen. Ob Federregen im Butterland oder kleine versteckte Orte zum Verweilen schaffen ein Gefühl der Freihet beim Besucher. Anders als bei vielen Festivals geht es hier nicht nur um den Konsum und das Nachjagen von Musikidolen, sondern um das Erleben eines kollektiven Bewusstseins.

Führungen über das Gelände, Performances aus Tanz und Musik und Lesungen während des Kunstcamps und dem schließlichen Abschluss mit unzähligen bekannten und vor allem noch nicht bekannten Musikern macht das MS DOCKVILLE zu einem Ort zum Wohlfühlen, zu einem Ort der besonderen Andersartigkeit.

ms dockville festival kreativsaisonChristoph, 26, Berlin/Rostock: Vor drei Jahren, ich lebte zu der Zeit in Hamburg, hörte ich zum ersten Mal vom MS DOCKVILLE. Ich bin leidenschaftlicher Festivalgänger, so musste ich nicht lange überlegen, habe meine Kamera geschnappt und bin zwei Tage lang über das Festivalgelände gestromert. Ich hörte viel neue Musik, echte Geheimtipps und das Publikum war super entspannt, alle zwei Meter hatte man ein tolles Fotomotiv.

Richtig verliebt habe ich mich ins Dockville aber ob seiner Künstler und Kunstwerke. Da wurde ein Auto verschönert um es dann ´gleich wieder zu zerstören, es gab ein Puppenspiel zum Mitmachen im Stil des chinesischen Schattenspiels, direkt hinter einem DJ Pult, eine Bühne, die gestaltet ist wie ein großes Horn, eine Badewanne voll mit Schlamm in die sich die Leute legten und natürlich die fantastischen Lichtprojektionen am Rethespeicher. All diese Dinge machen aus Dem MS DOCKVILLE für mich mehr als ein Musikfestival. Es ist das Gesamterlebnis, ein Ort, an dem man wieder Kind sein kann. Ein Abenteuerspielplatz für Erwachsene.

ms dockville festival kreativsaisonJule, 22, Rostock: Ich besuche das MS DOCKVILLE dieses Jahr zum ersten Mal. Ich bin gespannt wie ein Festival dieser Größenordnung auf mich wirkt, da ich bisher nur mit den „Menschenmassen“ des Immergut Festivals konfrontiert wurde.

Schwer beladen mit irgendwelchen großen Erwartungen reise ich jedoch nicht an, ich lass mich überraschen und freue mich ganz einfach Mac Miller zu hören.

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ms dockville festival kreativsaison

© Christoph Trabert

Auch für mich wird es eine MS DOCKVILLE-Premiere sein, auf die ich mich ziemlich freue. Eigentlich sollte das Gelände als Ort einer Geschwister-Reunion herhalten – jetzt sind von fünfen nur drei dabei, meine Vorfreude lässt sich dadurch jedoch keineswegs trügen. Neben einigen bereits gehörten Acts freue ich mich besonders auf SKIP & DIE, Totally Enormous Extinct Dinosaurs, CHVRCHES, Austra, Oddisee, Milky Chance, Foals, Mac Miller, MS MR, Poliça, Sizarr, HEI&LEJ, uswusf.

Noch fünf mal schlafen, dann packe ich mein Zelt und weitere lebensnotwendige Festivalutensilien ein – diesmal wohl auch Oropax für einen besseren Schlaf.  Woodkid im Ohr dröhnend verabschiede ich mich und sage, bis in fünf Tagen, liebe Geschwister, Freunde und der Rest – zum MS DOCKVILLE 2013.

Wie wars 2012? Christophs Impressionen vom MS DOCKVILLE 2012 gibt es hier. Tickets gibt es übrigens auch noch, alle Informationen hier.

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2 Kommentare

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